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Erneuerbare Energien überflügeln fossile Kraftwerke

Erneuerbare Energie
Erneuerbare Energie

Im ersten Halbjahr 2020 war erstmals der Anteil Erneuerbarer Energien am europäischen Strommarkt größer als der fossiler Energieträger. Während regenerative Anlagen stolze 40 Prozent zur Erzeugung beitrugen, brach die Kohleenergie regelrecht ein.

27.07.2020 – Zuletzt haben mehrere Nachrichten zur europäischen Klimapolitik nicht gerade für Optimismus bei der Erneuerbaren Branche geführt: Beim 1,8 Billionen Euro schweren Corona-Hilfspaket kommen Klima- und Umweltschutz deutlich zu kurz; die EU-Kommission prüft die Rolle von Atomkraft als nachhaltige Investition; die EU-Mitgliedsstaaten subventionieren fossile Brennstoffe still und heimlich mit 137 Milliarden Euro pro Jahr. Das waren nur die Hiobsbotschaften der letzten Woche.

Und doch es gibt sie noch, die positiven Nachrichten aus Europa: Am vergangenen Mittwoch verkündete der britische Think Tank Ember, dass die Erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2020 überragend gut bei der europäischen Stromerzeugung abgeschnitten haben. Erstmals haben Wind-, Solar-, Bioenergie und Wasserkraft mit einem Anteil von 40 Prozent mehr zur Stromerzeugung der EU beigetragen, als fossile Kraftwerke. Ihr Anteil rutschte um 18 Prozent ab – und lag nun insgesamt nur noch bei 34 Prozent.

Symbolischer Moment für die europäische Energiewende„Das ist ein symbolischer Moment für die europäische Energiewende“, sagt Dave Jones, Strommarkt-Analyst bei Ember. Da fossile Brennstoffe noch vor neun Jahren doppelt so viel Strom erzeugt haben wie die Erneuerbaren, ist der Fortschritt sehr schnell.

Wind- und Solarenergie Treiber der Energiewende

Die Erneuerbaren legten insgesamt um stolze 11 Prozent zu, was vor allem auf neu ans Stromnetz angeschlossene Solar- und Windkraftanlagen zurückzuführen ist. Außerdem waren in der ersten Jahreshälfte die Wind- und Sonnenbedingungen sehr gut, sodass diese beiden regenerativen Erzeugungsformen schon allein auf 21 Prozent kamen. Vor allem in Dänemark (64 Prozent), Irland (49 Prozent) und Deutschland (42 Prozent) erreichten sie Spitzenwerte.

Bei den fossilen Energieträgern haben gleich zwei Faktoren zu dem starken Einbruch geführt: Neben der steilen Entwicklung Erneuerbarer Energien wurden fossile Kraftwerke aufgrund der um sieben Prozent gesunkenen Stromnachfrage besonders häufig heruntergefahren. Allein der Anteil der Kohleenergie sank in Europa um insgesamt 32 Prozent. Selbst Gaskraftwerke wurden häufiger heruntergedrosselt als im Vorjahr. Als Ergebnis fielen damit die CO2-Emissionen im EU-Stromsektor um rund 23 Prozent.

Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer 100 Prozent von Erneuerbaren Energien getragenen europaweiten Energiewende„Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer 100 Prozent von Erneuerbaren Energien getragenen europaweiten Energiewende“, freut sich Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE). „Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern es nur als einen weiteren Schritt für ein perspektivisch emissionsfreies Europa betrachten.“ Deshalb müsse dieser Erfolg als Aufruf verstanden werden, die europaweite Energiewende weiter voranzubringen. „Wir müssen diese gute Basis nutzen und darauf aufbauen, um den europäischen Green Deal schnellstmöglich umzusetzen“, so Peter.

Während in Deutschland der Kohlestrom-Anteil deutlich zurückgegangen ist, stieg Polen derweil zur neuen Nummer eins auf. Das Land produziert jetzt allein genauso viel Strom aus Kohlekraft, wie die restlichen 25 EU-Länder zusammen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten hat Polen noch immer keinen Plan für seinen Kohleausstieg. Dafür wäre es nun umso wichtiger, dass sich Europa geschlossen für einen Übergang hin zu Erneuerbaren Energien einsetzt und Länder wie Polen oder Tschechien bei ihrem Ausstieg aus der Kohleverstromung unterstützt. jk


Quelle: energiezukunft (https://www.energiezukunft.eu/...)