energate | Immo

Sieben-Punkte-Plan für mehr Mieterstrom

fotolia-97450466-subscription-monthly-xxl.jpg

Berlin (energate) - Ein Bündnis aus zwölf Verbänden macht sich gemeinsam für Änderungen im Mieterstromgesetz stark. Beteiligt sind unter anderen der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), der Deutsche Mieterbund, Hauseigentümerverbände und sowie der Bundesverband Solarwirtschaft. Sie fordern eine Erhöhung des Mieterstromzuschlags, da dieser in einigen Fällen inzwischen auf unter 1 Cent/kWh abgeschmolzen sei und in absehbarer Zeit auf sogar null fallen könnte. Ein größerer Anteil der Mieterstromvergütung sollte außerdem bei den Haushalten ankommen, lautet eine weitere Forderung. In der Praxis wird die Vergütung zwischen Vermietern, den Mietern und gegebenenfalls noch den Energiedienstleistern aufgeteilt, wodurch der Vorteil für die Mieter abschmilzt.

Genehmigungsdauer kürzen und Bagatellgrenze einführen

Weiteren Änderungsbedarf sehen die Verbände bei der Bürokratie. Auch für kleine Mehrfamilienhäuser bis zu sechs Wohnungen sollte Mieterstrom mittels neuer Bagatellgrenze attraktiv werden. Die enge räumliche Begrenzung für Mieterstromprojekte verhindert aktuell, dass Bewohner von Nachbargebäuden, auf denen keine Fotovoltaikanlagen installiert sind, einbezogen werden. "Dafür bedarf es einer möglichst breiten, an der Netzinfrastruktur orientierten Auslegung", heißt es im Forderungskatalog. Die Genehmigungsdauer soll die Bundesregierung auf maximal zwei Monate begrenzen und Contracting-Modelle für Drittanbieter ermöglichen. "Dem Klimakabinett war das Thema Mieterstrom nur eine Randnotiz wert", kritisierte Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen beim  VZBV. Dabei könne die Klimawende nur gemeinsam mit Mietern, Eigennutzern, Vermietern und Dienstleistern gelingen.

Auch zwei Jahre nach der Einführung des Mieterstrommodells kommen entsprechende Projekte nicht in Schwung. So zog das Bundeswirtschaftsministerium kürzlich eine ernüchternde Bilanz. Im Juli waren im Register der Bundesnetzagentur nur 677 Mieterstromanlagen mit insgesamt rund 13,9 MW gemeldet. Damit werde lediglich rund ein Prozent des Budgets von 500 MW jährlich genutzt. Damit bleibt der Mieterstrom weit hinter den Erwartungen zurück. Das Wirtschaftsministerium hat als Reaktion für den Herbst einen Vorschlag zur Anpassung der Rahmenbedingungen angekündigt. /mt


Quelle: energate immo