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Bund fördert Forschung zur kommunalen Verkehrswende

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Berlin - Vier Forschungsprojekte rund um die Elektrifizierung des ÖPNV sowie von gewerblich genutzten Fahrzeugflotten erhalten Fördermittel vom Bund. Das Bundesverkehrsministerium sagte rund 6 Mio. Euro zu, die den Hochlauf der E-Mobilität in Deutschland beschleunigen sollen, teilte die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) mit, die als Koordinatorin für Fördermittel des Bundesverkehrsministeriums fungiert. Bei zwei dieser vier Forschungsprojekte sind laut NOW kommunale Unternehmen maßgeblich involviert. Dies sind der Kölner Versorger Rheinenergie, der kommunale Verkehrsbetrieb der Stadt Köln KVB und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dabei kooperieren KVB Rheinenergie in einem Forschungsvorhaben. Zudem erteilte das Ministerium einem Projekt aus dem Hause Streetscooter eine Zusage. Beim vierten Forschungsvorhaben mit einer frischen Mittelzusage kooperieren der Autohersteller Nissan, der Technologiekonzern Bosch und Forscher der Fraunhofer Gesellschaft.

Ladeinfrastruktur für E-Busse

Das Forschungsprojekt von KVB und Rheinenergie nennt sich "MuLi" ("Multimodale Lademodul-Integration für verschiedene Fahrzeugklassen mit Fokus auf E-Bussen"). Ebenfalls involviert ist der Autohersteller Ford. Dabei geht es um die Entwicklung eines Mobilitäts-Hubs, an dem sich E-Busse und andere ÖPNV-Fahrzeuge mit verschiedenen Spannungsebenen aufladen lassen. Zudem soll dieser Hub mit einem Stromspeicher kombiniert und in das Bahnstromnetz von Verkehrsbetrieben integriert werden. Zu dem mit 3,7 Mio. Euro veranschlagten Projekt steuert der Bund nunmehr 1,3 Mio. Euro bei.

Schnelllader und Flottenmanagement

Die BVG aus Berlin arbeitet im Rahmen des Vorhabens "E-Metrobus Berlin" ("Elektrifizierung von MetroBus-Linien mit Schnellladeinfrastruktur") unter anderem daran, den Linienverkehr möglichst reibungslos zu gestalten, etwa durch Störfallmanagement. Außerdem testet das Konsortium, an dem die TU Berlin und das Reiner Lemoine Institut beteiligt sind, den Einsatz von Schnellladern über 300 kW Leistung. Der Bund schießt hier 1,4 Mio. Euro zu. Die Aachener Post-Tochter Streetscooter widmet sich unter dem Titel "Flottenwende" der Entwicklung weiterer Varianten des Nutzfahrzeugs Streetscooter, die auf kommunale Unternehmen als Nutzer ausgerichtet sind. Dazu testen ausgewählte Kommunen diese Prototypen im Alltag. Getestet werden die Streetscooter-Prototypen unter anderem in Düsseldorf. Die "Flottenwende" erhält knapp 850.000 Euro an Fördermitteln.

Sektorkopplung in Wohnquartieren und Einzelimmobilien

Im vierten Forschungsprojekt "I-rEzEPT" ("Intelligente rückspeisefähige Elektrofahrzeuge zur Eigenstrommaximierung und Primärregelleistungsmarkt-Teilnahme") geht es darum, E-Autos zu Stromspeichern zu machen, die ins Netz rückspeisen, um so am Markt für Primärregelleistung teilzunehmen. Hier ist der japanische Autohersteller Nissan Konsortialführer. Dank des Ladestandards "Chademo" kommen bislang nur Nissan-E-Autos für solche Vehicle-to-Grid-Systeme infrage. Konkret setzt Nissan 20 solcher Fahrzeuge ein, um Geschäftsmodelle rund um die Sektorkopplung zu entwickeln und den Autarkiegrad von Wohnquartieren und Einzelimmobilien zu erhöhen. Ziel ist es, E-Autos somit wirtschaftlich attraktiver zu machen. Von den hierzu veranschlagten 3,8 Mio. Euro steuert der Bund 2,7 Mio. Euro bei. Ein vergleichbares Projekt mit dem Kommunalversorger Enervie aus Hagen in Nordrhein-Westfalen startete Nissan bereits 2018.


Quelle: Newsletter energate | immo

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