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Bundesregierung: Speicher nutzen dem Netz

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Berlin - Die Bundesregierung sieht im Einsatz von Speichern eine Möglichkeit, den Netzausbaubedarf zu begrenzen. Die Doppelbelastung mit Abgaben und Umlagen will sie zurückführen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung an die FDP-Fraktion hervor, die energate vorliegt. Die FDP fragte darin nach den Auswirkungen der neuen EU-Strommarktrichtlinie für Deutschland. Diese sieht unter anderem vor, die Doppelbelastung von Speichern im netzdienlichen Betrieb abzuschmelzen. Noch prüft die Bundesregierung die Ergebnisse der Verhandlungen auf EU-Ebene. Sie verweist in ihrer Antwort darauf, dass die neue Vorgabe nicht pauschal für alle Speicher gelte. Sie betreffe nur Speicher, "die durch aktive Kunden betrieben werden sowie für auf ihrem Grund und Boden verbleibende gespeicherte Elektrizität oder wenn sie den Netzbetreibern Flexibilitätsleistungen bereitstellen", so die Bundesregierung.

Die vorgesehene Entlastung von aktiven Verbrauchern kann nach Meinung der Bundesregierung allerdings eine Mehrbelastung anderer Verbraucher zur Folge haben. Dabei sei jedoch zu berücksichtigen, dass flexibler Verbrauch oder flexible Einspeisung durch Speicher auf Abruf des Netzbetreibers dazu führen können, dass das Bestandsnetz im Netzbetrieb besser ausgelastet wird. "Dies kann den erforderlichen Netzausbaubedarf begrenzen", so die Bundesregeirung. Dies kann sich wiederum kostensenkend für alle Verbrauchergruppen auswirken. Aus Sicht der Bundesregierung ist dabei keine zusätzliche explizite Förderung von Speichern notwendig. Sie verweist in der Antwort auf existierende Forschungsprogramme sowie das 2018 ausgelaufene Förderprogramm der KFW für Speicher. "Daneben besteht aktuell kein besonderer Bedarf an einer 'Speicheroffensive'", schreibt die Regierung.

FDP kritisiert Einschränkung

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, kritisierte, dass die Bundesregierung die von der EU vorgesehene Abschaffung doppelter Gebühren auf bestimmte Anwendungsfälle beschränke. "Von einer wünschenswerten, da kostensenkenden, Abschaffung einer Doppelbelastung von Energiespeichern mit Umlagen und Abgaben beim Ein- und Ausspeisen von Strom kann hier also nicht gesprochen werden", sagte Neumann zu energate.

BVES: Bundesregierung erkennt Nutzen an

Der Speicherverband BVES begrüßte, dass die Bundesregierung den systemdienlichen Nutzen von Speichern für das Energieversorgungssystem ausdrücklich anerkenne. "Die Politik erhält auch von der EU weiter Druck, dieses Potenzial von Speichern nicht weiter in den bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen in Schach zu halten, sondern die Weiterentwicklung eines Marktes für intelligente Energiespeichersysteme zuzulassen“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) betonte, es sei bizarr, dass die Bundesregierung offenbar den Umsetzungsbedarf der Strommarktrichtlinie im nationalen Recht erst nach einer "juristischen Sprachprüfung" erkennen könne. Dabei hebe sie in ihrer Antwort hervor, wie nützlich der netzdienliche Einsatz von Speichern ist, sagte BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Quelle: Newsletter energate | immo

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