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Die Regenwälder des Meeres – Deshalb sind Korallenriffe in Gefahr!


von Anna-Maria
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Ein typisches Korallenriff besteht aus mehreren Steinkorallen. Diese setzen sich aus vielen tausenden Polypen zusammen, welche von einem Kalkskelett umhüllt sind. Diese Polypentierchen leben in Symbiose mit kleinen Algen, welche für die Farbenpracht der Korallenbänke verantwortlich sind. Innerhalb dieser Symbiose produzieren die Mikroalgen mittels Photosynthese Zucker und andere Nährstoffe, mit denen sie ihren Korallenwirt versorgen. Die Polypen im Gegenzug versorgen die Algen mit Kohlendioxid und bewahren sie vor Fressfeinden. In einem gesunden Riff wachsen die Korallen so bis zu 20cm pro Jahr. Das Korallenriff bildet einen wichtigen Lebensraum für unzählige Arten unter Wasser, wie Muscheln, Schwämme, Krebse, Seeigel bis hin zu Meeresschildkröten und Seekühen. Das bekannteste Korallenriff ist das Great Barrier Reef, das sich vor der Küste des australischen Queensland über eine Länge von 2.300 Kilometer erstreckt.

Doch warum sind diese Korallenriffe eigentlich in Gefahr? Hierfür gibt es mehrere Auslöser.

Problem 1: Anstieg der Wassertemperatur

Durch einen Anstieg der Wassertemperatur gerät die Symbiose zwischen den Polypentierchen und den Mikroalgen in Gefahr und die sogenannte Korallenbleiche tritt in Erscheinung. Bei einer zu hohen Wassertemperatur geraten die Algen in Stress und ihre Fähigkeit zur Photosynthese wird geschwächt. Die Algen produzieren Gift und werden von den Korallen abgestoßen. Ohne die Algen bleiben dann nur noch die weißen, bleichen Korallenstöcke zurück. Passiert das nur kurzfristig können sich die Korallen wieder erholen, bei längeren Anhalten dieses Zustandes sterben die Korallenstöcke allerdings ebenfalls ab. Wenn die Temperatur sinkt und sich neue Algen ansiedeln, können die Korallen überleben. Durch den voranschreitenden Klimawandel wird dieses Phänomen leider immer häufiger.

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Problem 2: Müll und giftige Abwasser im Meer

Müll und vor allem Plastiktüten die sich zwischen den Korallen verfangen spenden diesen Schatten. Zu wenig Licht bedeutet allerdings, dass die Photosynthese nicht mehr funktionieren kann und die Versorgung mit Nahrung und Sauerstoff wird so immer knapper. Auch dadurch das Abwasser ungeklärt ins Meer gelangt wird den Korallen wichtiges Sonnenlicht genommen. Die giftigen Stoffe trüben das Wasser und das Sonnenlicht erreicht nicht mehr die notwendige Tiefe.

Auch das Aufschütten künstlicher Inseln, was immer mehr in Mode kommt schadet den Korallenriffen. Der aufgewirbelte Sand trübt das Wasser und erneut kann das Sonnenlicht nicht mehr durchdringen oder die Korallen werden gar unter dem Sand begraben.

Problem 3: Fischerei

Die Fischerei mit dem Nervengift Cyanid ist vor allem in Asien verbreitet. Dabei werden die Fische betäubt um sie so leichter ins Netz zu bekommen. Während die Fische gerade noch überleben, sterben die Algen durch das Gift ab. Eine noch schlimmere Variante ist das Dynamitfischen. Hier wird Dynamit ins Meer geworfen und die tote Beute im Anschluss eingefangen. Was das Explodieren des Dynamits für die Korallenriffe bedeutet ist wohl jedem klar. Auch durch das Fischen mit den schweren Schleppnetzen werden Korallen zerstört, dadurch dass die Netze ohne Rücksicht über den Meeresboden gezogen werden.

Problem 4: Tourismus

Auch die Touristen sind eine große Gefahr für die Korallen. Ein Problem ist hier unser Sonnenschutz. Der chemische Wirkstoff Oxybenzon, der in vielen unserer Sonnencremes verwendet wird ist hochgiftig für die bunten Korallen und führt zur tödlichen Korallenbleiche. Auf Hawaii sind daher Cremes die den giftigen Stoff enthalten ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr zulässig.

Auch durch das Tauchen können die Korallen irreversibel zerstört werden. Unachtsame Taucher brechen die Korallen mit ihren Flossen ab oder treten gar auf das sensible Riff. Wenn das mehrmals täglich passiert sind Auswirkungen langfristig natürlich verherrend.

Auch das Aufschütten künstlicher Inseln, was immer mehr in Mode kommt schadet den Korallenriffen.

 

Der Verlust der Korallenriffe bedeutet für die Länder dieser Regionen vor allem auch ein massives Küstenschutzproblem. Riffe übernehmen vielerorts die Funktion von Wellenbrechern. Verschwinden sie, sind viele der kleinen Inselparadiese den tropischen Stürmen und Strömungen schutzlos ausgesetzt. Sie würden in kürzester Zeit zerstört und verschwinden.

Zudem bricht ein Lebensraum für zahlreiche Arten unter Wasser weg. Das in Kombination mit der Überfischung führt dann auch dazu, dass die Fischbestände sinken und somit auch eine wichtige Nahrungsquelle der Anwohner.

 

1 Kommentar

  • Anna-Maria schrieb

    Ein spannendes Video zu diesem Thema und warum auch der Schutz der Haie dabei eine große Rolle spielt findet ihr hier: https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/sind-die-korallenriffe-noch-zu-retten-102.html?fbclid=IwAR0RMQB4uIwkGiBKU5QrEZn83JHsdDWuz0UW-wIxXdhsMvEgqUF2ySbrlvM#xtor=CS5-4