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Interview mit Nima Zarindast von Moovi


von Anna-Maria

Wir haben ein Interview mit Herrn Zarindast von Moovi geführt.

Allgemeine Fragen 

1. Inwiefern stellten die Regeln zur deutschen Straßenzulassung eine Herausforderung für Sie dar und wie lange hat der Prozess gedauert?

Es war für uns definitiv Neuland, da wir uns als junges Start-Up mit unserem Moovi E-Scooter mitten in der deutschen Bürokratie als Fahrzeughersteller beweisen und prüfen lassen mussten. Wir haben dadurch extrem viel Know-How sammeln dürfen und letztendlich ist genau dieses „Hindernis“ eines unserer USP geworden und wir haben als einer der ersten Marktteilnehmer die ABE erhalten.

Der gesamte Prozess hat sich insgesamt über knapp einem Jahr hingezogen, wobei viel auf Entwicklungsseite stattgefunden hat. Die Vorarbeit war hier sehr wichtig gewesen, weil es auch für die Prüfverbände und die Behörden Neuland war und wir natürlich gemeinsam diesen Weg bestritten haben und gegenseitig voneinander lernen durften.


2. Sind Sie der Meinung für E-Scooter macht eine 0 Promille Regel Sinn?

Da E-Scooter als Fahrzeuge gesehen werden, die sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten haben, sollten die gleichen Regeln wie für andere Fahrzeuge gelten, daher nein.


3. Sollte man einen Führerschein besitzen um E-Scooter fahren zu dürfen?

Da die E-Scooter sich mittlerweile in den Straßenverkehr eingegliedert haben, ja. Wäre die Gesetzgebung eine andere gewesen und man dürfte zum Beispiel auf dem Geh- oder Fahrradweg ohne Kennzeichen und Zulassung fahren, dann würde ich sagen, dass eine Altersgrenze ausreichen würde. Es gibt in meinem Freundeskreis zum Beispiel Menschen, die mit Mitte 20 noch keinen Führerschein haben, da man in einer großen Stadt wie Hamburg oder München auch sehr gut ohne Auto auskommt. Für diese Menschen zum Beispiel finde ich es nicht schön, da sie auf keine Alternativen wie E-Scooter zugreifen können.


4. Die Unfälle mit E-Scooter nehmen stark zu. Sind Sie der Meinung man sollte hier mit Sicherheitsmaßnahmen wie Helmpflicht und Co. entgegenwirken?

Ich bin der Meinung, dass im Straßenverkehr jeder für seine eigene Sicherheit verantwortlich ist. Eine Helmpflicht finde ich aktuell nicht angemessen. Hier vergleiche ich ebenfalls gerne zu anderen Verkehrsteilnehmern. Wenn beim Fahrrad keine Helmpflicht erforderlich ist, dann auch nicht für E-Scooter. Entgegenwirken sollte man eher mit ausgebauteren Fahrradwegen, so dass E-Scooter und Fahrräder so wenig wie möglich Berührungspunkte mit Autos haben.


5. Was sagen Sie zu den gehäuften Diskussionen über den Platzmangel auf den Radwegen?

Da kann ich auf die letzte Frage anknüpfen. Wenn vor allem in Großstädten die Fahrradwege weiter ausgebaut werden, dann sollte es keine Probleme zwischen Fahrrad- und E-Scooter Fahrern geben. Es ist genug Platz für alternative Fortbewegungsmöglichkeiten vorhanden.

Sollte man vielleicht die Diskussion über den Platzmangel auf den Straßen anfangen?

Wenn ich mir den Berufsverkehr in Großstädten anschaue und sehr oft eine Person alleine in einem großen SUV sitzen sehe und das über Kilometer verteilt, halte ich diese Diskussion für deutlich sinnvoller.


Fragen zu Moovi

6. Was unterscheidet den E-Scooter von Moovi von den anderen?

Die Kompaktheit!

Moovi ist der Inbegriff der urbanen Mobilität. Auf dem ersten Blick sieht Moovi aus wie ein ganz normaler Tretroller und das war uns sehr wichtig. Bei der Entwicklung stand im Vordergrund, dass die Technik auf dem ersten Blick nicht sichtbar ist. Der nabenlose Linearmotor ist im Hinterrad verbaut, die Batterie und das Steuergerät fügen sich in das Trittbrett, welches aus einem Aluminiumguss besteht, ein. Somit wiegt Moovi nur ca. 10 Kg und lässt sich zudem mit unserem patentierten Einklappmechanismus mit einem Klick zusammenfalten.  Der Mobilität wurden somit keine Grenzen gesetzt und man kann seinen Moovi überall mitnehmen.


7. Wie lange hat die Entwicklung für den ersten E-Scooter von Moovi gedauert?

Ungefähr ein Jahr haben wir an dem ersten Moovi gearbeitet. Wobei die Entwicklung stetig weitergeht und wir von den Erfahrungen und dem Feedback unserer Kunden wachsen.


8. Warum steigt Moovi nicht ins Sharing Geschäft ein?

In unserer Gesellschaft ist es üblich geworden, dass man sich vieles leiht oder mietet, anstatt es zu besitzen. Klar ist dies ein fortschrittlicher Gedanke in bestimmten Hinsichten, jedoch ist es doch auch mal schön etwas für sich zu haben und es zu behüten und pflegen. Wir haben daher einen vergleichsweise günstigen und praktischen E-Scooter auf den Markt gebracht, den sich die breite Masse leisten kann. Wenn man öfters auf E-Scooter unterwegs ist, dann ist zudem der Kostenpunkt entscheidend. Die Anmietung ist auf Dauer nicht günstig.         

Jedoch ist für alle Marktteilnehmer genug Platz auf diesem großen Spielfeld der Mobilitätsbranche. Ich berate zum Beispiel einige Sharing Anbieter in Sachen Logistik und Immobilien und man versteht sich eher als eine Gemeinschaft, die an einem Strang zieht. Das finde ich auch persönlich sehr schön in dieser Branche.


9. Was stand bei der Firmengründung im Vordergrund? Der Spaß am Fahren oder der Gedanke der Nachhaltigkeit und Mobilitätswende?

Das schöne an dieser Firmengründung war, dass wir viele unserer persönlichen und gemeinsamen Visionen verwirklichen konnten. Ob es der Spaß an neuen Mobilitätskonzepten ist oder der persönliche Beitrag zur Nachhaltigkeit, so hat jeder von uns seine Passion gefunden. Besonders erfreut mich jedoch die kindliche Begeisterung, die bei Erwachsenen Menschen ausgelöst wird, wenn sie das erste mal mit dem Moovi fahren.



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