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Nachhaltigkeit von Freizeitparks


von Anna-Maria
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Freizeitparks sind im ersten Gedanken nicht unbedingt mit Nachhaltigkeit in Verbindung zu bringen. Riesige Fahrgeschäft die Tag und Nacht beleuchtet sind und Unmengen Energie brauchen, Kiosk Stände mit Essen und Getränke TO-GO die mit jeder Menge Müll und vor allem Plastikmüll verbunden sind, zahlreiche Besucher die immer noch am häufigsten mit dem Auto anreisen, erhöhter Wasserverbrauch durch wasserbezogene Attraktionen und Abwasser der Parks, regelmäßige abendliche Shows mit Feuerwerken, die die Feinstaub Konzentration erheblich erhöhen, sowie allgemeiner Flächenverbrauch und Geräuschemissionen sind eher Dinge an die man in Verbindung mit der Nachhaltigkeit von Freizeitparks denkt. Um Wiederholungsbesucher zu akquirieren und die steigenden Ansprüche der Konsumenten zu erfüllen müssen sich die Freizeitparks immer wieder übertreffen und erforderliche Flächenvergrößerungen, hoher Ressourcenverbrauch sowie Verkehrs- und Lärmbelästigung stehen dabei im Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen des Parks.

Es gibt jedoch einige Freizeitparks die versuchen gegen ihr schlechtes Image anzukämpfen und mehr für die Nachhaltigkeit zu tun. Der Tripsdrill Freizeitpark in Baden-Württemberg versucht dies vor allem über den Faktor der Regionalität. Regionale-traditionelle Küche, Übernachtungsoptionen im Schäferwagen, sowie das konsequente einsetzen natürlicher Materialien aus der Region für die Gestaltung des Parks steht hier im Mittelpunkt. Der Freizeitpark Belantis hingegen ist ein Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien. Sie waren der erste Freizeitpark in Deutschland, der die komplette Stromversorgung auf regenerative Energiequellen umgestellt hat. Zudem gibt es eine eigene E-Ladesäule für Elektrofahrzeuge und 700 Radstellplätze. Auch im Disneyland Paris wird einiges für die Nachhaltigkeit getan. Z.B. wurde die gesamte Beleuchtung des Cinderella Schlosses in LED-Leuchten ausgetauscht, womit die Beleuchtung nur noch so viel Energie verbraucht wie die Zubereitung von etwa vier Kaffeekannen. Ein weiteres Projekt ist hier das Bestreben der Müllvermeidung. Bis Mitte 2019 wird die Walt Disney Company alle Einweg-Strohhalme aus Kunststoff an allen eigenen, weltweit betriebenen Standorten beseitigen. Das bedeutet eine Reduzierung um mehr als 175 Millionen Strohhalme pro Jahr. Zudem werden die Bade- und Duschprodukte der Disney Hotels, sowie auf den Kreuzfahrtschiffen der Disney Cruise Line durch nachfüllbare Spender ausgetauscht. Dadurch kann zusätzlich 80 Prozent des Plastikabfalls in den Gästezimmern reduziert werden. Auch die Anzahl der Einkaufstaschen aus Kunststoff in den Parks wird verringert. Man setzt vermehrt auf wiederverwendbare Taschen, die günstig erworben werden können.

Ebenfalls der Europapark in Rust tut einiges für die Nachhaltigkeit. Der Europa-Park zeichnet sich durch seinen jahrhundertealten Baumbestand, und seine vielen Grünflächen aus. Bei jedem weiteren Ausbau wird darauf geachtet, so wenig wie möglich in diesen Bestand einzugreifen und vielmehr diese Bereiche in neue Konzepte zu integrieren. Ebenfalls gibt es Kooperationen mit der deutschen Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, um den Besuchern eine nachhaltig Anreise in den Europapark nahezulegen. Zudem hat der Park ein eigenes Wasserkraftwerk, eine Photovoltaikanlage und eine Wärmerückgewinnungsanlage. Die Leuchtmittel des ganzen Parks wurden bereits auf LED umgestellt. Auch zur Abfallvermeidung wurden einige Maßnahmen eingeläutet. So wird vermehrt auf Mehrweggeschirr und Mehrweggetränkeflaschen gesetzt. Für diese Maßnahmen erhielt der Freizeitpark das TÜV Zertifikat „Green Amusement Park“. Rund sechs Monate haben die TÜV-SÜD-Experten die Fahrgeschäfte und die fünf angrenzenden Hotelanlagen mit Blick auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit und technische Qualität bewertet. Besonders positiv wurde der Bereich Energieeffizienz vermerkt, sowie der Einsatz regenerativer Energien.

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