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Das Müllparadies


von Anna-Maria
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Malediven, Bali, Thailand. Das ist für viele das absolute Paradies. Doch leider sind diese Orte zunehmenden überfordert mit der Müllentsorgung.

 

Malediven

Die Inselgruppe der Malediven gilt für viele als Traumziel. Doch neben Inseln mit traumhaften Stränden und türkisblauen Wasser gibt es eine weitere Insel. Thilafushi – Die Müllinsel! Auf über 200 Inseln ist die Müllentsorgung gar nicht geregelt. Hier landet er unsortiert direkt im Meer. Für die Hauptinsel Male und nahe gelegenen Resorts entschließt sich die Regierung für folgende Lösung: Die Müllkippe des Inselreichs ist die alte Lagune Thilafushi. Seit 1992 verschiffen die Bewohner der Malediven dorthin den Müll. Gastarbeiter aus Bangladesch stochern auf der Müllkippe nach Glas und verwertbarem Metall. Der Rest verbrennt nahezu unsortiert oder landet letztlich im Wasser. Weißer Rauch liegt somit fast den ganzen Tag über der Insel. Jeder Besucher verursacht nach offiziellen Angaben täglich 3,5 Kilogramm, die 394.000 Malediver hinterlassen pro Kopf und Tag 1,2 Kilogramm. Thilafushi wächst dadurch um 1 m2 pro Tag. Der steigende Meeresspiegel verursacht durch den Klimawandel könnte dafür sorgen, dass der gigantische Müllberg von 15 Meter Höhe mit all seinen Ölfässer, Asbest, Schwermetallen und Haushaltsabfällen untergeht.

Auch in Thailand gibt es eine solche Müllinsel. In Koh Tao warten etwa 50.000 Tonnen Müll darauf, dass sie komprimiert an das Festland verschifft werden.

Bali

Bali das Surferparadies. Wenn man sich auf den hoteleigenen Privatstrand befindet mag das sein, aber sobald man sein Hotel verlässt wird man eines besseren belehrt. Verkehr, ein Meer an Rollern und Baustellen, schlechte Infrastruktur, Luftverschmutzung, Müll am Straßenrand und am Strand, Plastik und eine stinkende bräunliche Soße, die über den Strand direkt ins Wasser fließt. Mit dem westlichen Tourismus kommt es hier zu immer mehr wachsenden Müllbergen. Gerade Essen zum Mitnehmen wird hier oft dreifach in Plastik verpackt. Der Müll wird dann regelmäßig verbrannt, wodurch die giftigen Dämpfe dann über den Straßen schweben.

Mittelmeerregion

Auch in den Mittelmeerorten gibt es immer mehr Probleme mit der Müllverschmutzung. Mit der Zahl der Touristen in der Sommersaison steigt das Aufkommen an Plastikmüll in den Touristenregionen um 40%, wodurch die kommunale Abfallentsorgung regelmäßig überfordert ist. 6,6 Millionen Tonnen Plastikmüll werden jährlich nicht eingesammelt bzw. landen auf illegalen Deponien. Auch durch den Wind gelangt der Müll von offenen Deponien über die Flüsse ins Meer, wo er in ca. 10 Jahren wieder an die Küste angeschwemmt wird.

Über sieben Millionen Tonnen Müll wurden allein vor den Küsten Mallorcas in den ersten beiden Monaten der Sommersaison aus dem Wasser geholt. Gerade an der Playa de Palma lassen viele Strandbesucher ihren Müll einfach liegen. Mit viel Glück landet dieser Müll bei der Strandsäuberung zumindest noch in der Tonne. Dann gibt es zwar noch das Problem von viel Müll, aber immerhin wird er nicht direkt vom Strand in das Meer getragen. Ein weiteres Problem ist die schlechte Abwasserinfrastruktur. Bei Starkregen läuft das Abwasser ungeklärt mit dem Regen ins Meer und damit auch jede Menge Ohrenstäbchen, Feuchttücher und Kosmetikartikel die ohnehin nichts in der Toilette zu suchen haben.

Hier ein kleiner Videoausschnitt wie ein Korallenriff aus Plastik in Griechenland gefunden wurde: https://www.spiegel.de/video/plastikmuell-korallenriff-aus-plastik-vor-griechenland-video-99028809.html  (Quelle: Spiegel Online)

Nord- und Ostsee

Auch die heimischen Meere unterliegen einer besorgniserregenden Belastung. An der Nordsee werden im Schnitt 389 Müllteile auf 100 Meter gefunden. Als Hauptverursacher für die Müllbelastung in der Nordsee zählen neben dem Tourismus die Schifffahrt und die Fischerei. Vermutlich befinden sich inzwischen bis zu 600.000 Kubikmeter Müll auf dem Meeresboden des ohnehin überstrapazierten kleinen Randmeeres, und täglich wird es mehr. Vor allem Seevögel verwechseln die Plastikteile im Meer mit Nahrung, wodurch sie ein ständiges Sättigungsgefühl verspüren und verhungern. Auch die toten Fische die in der Nord- und Ostsee untersucht wurden hatten zu 69% Mikroplastikartikel in ihren Organismen.

 

Was können wir als Tourist tun?

  • Den Müll nicht am Strand liegen lassen, sondern korrekt entsorgen
  • Sich zwei Stunden im Urlaub Zeit nehmen und an einem Beach Cleanup teilnehmen
  • Die Einkäufe im Supermarkt nicht in der Plastiktüte verpacken lassen, sondern den eigenen Jutebeutel mitnehmen
  • Das Getränk an der Hotelbar ohne Strohhalm trinken
  • Eine eigene Getränkeflasche mitnehmen und diese immer wieder mit Trinkwasser befüllen
  • Verzichte im Hotel auf die kleine Hygieneartikel und benutzte für Reisegrößen wiederverwendbare Behälter
  • Eis das nächste Mal in der Waffel und nicht im Plastikbecher essen

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