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Kunstfasern in Kleidung – Was sie ausrichten und was du tun kannst


von Anna-Maria

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Unserer Kleidung besteht zu einem Großteil aus Kunstfasern die wiederum aus Plastik bestehen. Das liegt vor allem an den Vorzügen der synthetischen Fasern. Sie sind atmungsaktiv, elastisch und trocknen schnell. Daher besteht vor allem Bade- und Sportbekleidung aus Kunstfasern. Außerdem sorgen sie dafür, dass ein T-shirt schön eng anliegt oder ein Sommerkleid besonders fließend fällt.

Das Problem dabei ist allerdings, dass sich mit jedem Waschgang Mikropartikel lösen und so ins Meer gelangen. Zwischen 80 und 400 Tonnen Mikroplastik kommen allein aus deutschen Waschmaschinen, so eine Rechnung des UBA. Die Mikropartikel, die sich beim Waschen von Kunstfasern lösen, sind gerade einmal 12 bis 18 Mikrometer (0,012 bis 0,018 Millimeter) dick und 5 bis 8 Millimeter lang – gerade wegen ihrer geringen Größe können Waschmaschinen sie nicht aus dem Wasser filtern. Die Kläranlagen können die Teilchen in der Regel nicht herausfiltern. Ist dies doch der Fall, bleiben sie am Ende im Klärschlamm, der dann auch wieder in der Natur landet. In den Meeren oder im Grundwasser angelangt kommt das Mikroplastik in die Verdauungsorgane der Fische und so wieder bei uns auf den Teller. Selbst in der Arktis fanden Forscher im Meereis Mikroplastikteilchen. Die gesundheitlichen Folgen für uns Menschen sind dabei noch nicht absehbar.

Wie erkenne ich Plastik in meiner Kleidung?
Woraus deine Klamotten bestehen siehst du auf dem Etikett. Chemiefasern synthetischen Ursprungs basieren auf synthetischen Polymeren. Ausgangstoff hierfür ist Erdöl. Die bekanntesten Kunstfasern dieser Kategorie sind Polyester, Polyacryl,  Polyamid (Nylon) und Elasthan.

Gibt es Alternativen?
Eine zufriedenstellende Lösung dafür gibt es eigentlich noch nicht. Es bleibt die Alternative auf Naturfasern umzustellen, allerdings brauchen die viel landwirtschaftliche Fläche und viel Wasser. Dafür sind sie im Gegensatz zu Kunstfasern biologisch abbaubar. Bei Naturfasern sollte man auf jeden Fall auf einen regionalen und ökologischen Anbau achten. So wird zum Beispiel bei dem Anbau von Bio-Baumwolle zumindest darauf geachtet, dass keine schädlichen Pestizide eingesetzt werden.

Eine Zwischenlösung bilden die halbsynthetischen Fasern. Sie weisen ähnliche Eigenschaften wie die Kunststofffasern auf sind aber in der Regel besser biologisch abbaubar. Diese Fasern werden auf Basis von Zellulose aus Bäumen und anderen Pflanzen gewonnen. Viskose zählt zu den bekanntesten Kunstfasern natürlichen Ursprungs. Die Herstellung verbraucht deutlich weniger Wasser und Energie als zu Beispiel Baumwolle und kann zudem auch regional gewonnen werden.

Die einzig wahre Lösung ist es aber den Konsum zu überdenken und weg von Fast Fashion zu kommen. Die aufwendig produzierten Kleidungsstücke sollten so lange wie möglich getragen werden und nicht direkt nach einer Saison aussortiert werden. Bei kaputten Stücken sollte man zuerst versuchen sie zu reparieren und zu klein gewordene Kleidung lieber in den Second Hand Laden geben als in den Müll. Generell solltet ihr also vor allem auf Qualität und Langlebigkeit achten und dafür lieber ein paar Teile weniger im Schrank haben.

Wenn ihr Artikel aus synthetischen Kunststoffasern zu Hause habt dann achtet darauf sie nicht öfter als nötig zu waschen und die Temperatur der Waschmaschine so niedrig wie möglich zu lassen. Zudem gibt es besondere Waschbeutel zu kaufen, die Mikroplastikteilchen auffangen sollen.

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