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Verbraucht der Tourismus unsere Wasserreserven?


von Anna-Maria

Der durchschnittliche pro Kopf Wasserverbrauch eines Deutschen liegt bei 120 Litern pro Tag. Das ist das Wasser, dass zum kochen, putzen, duschen und Toilette spülen verwendet wird. Zusätzlich kommt noch der Verbrauch dazu, der für die Herstellung unserer Nahrungsmittel und Produkte verwendet wird. Auf Reisen ist dieser Wasserverbrauch nochmal um einiges höher. Hier liegt der Wasserverbrauch bei bis zu 2.425 Litern pro Übernachtung. Zudem findet der Tourismus meist in Regionen statt, die sowieso unter Wassermangel leiden. Die beliebtesten Reisemonate sind außerdem die niederschlagärmsten Zeiten. Der Wasserverbrauch im Urlaub enthält u.a. den persönlichen Wasserbedarf, Swimmingpools, die Bewässerung von Grünanlagen, Golfplätze, Spas, etc. Im Rahmen von Freizeitaktivitäten kommen noch einmal 10 bis 875 Liter pro Übernachtung hinzu. 2010 verbrauchte der globale Tourismus 138 kman Trinkwasser. Bis 2050 liegen die Prognosen bei 265 km3.

In Mallorca hat der sogenannte Qualitätstourismus ernstzunehmende Konsequenzen. Begrünte Außenanlagen, Golfplätze und private Swimming Pools und Whirlpools. Die Gemeinde Calvia hat durch den vermeintlich umweltschonenden Wandel hin zum Qualitätstourismus einen pro Kopf Wasserverbrauch von 700 Liter. Zum Vergleich haben ländliche Regionen ohne Tourismus in Mallorca teilweise einen Verbrauch unter 100 Liter. Alleine die Gartenbewässerung solcher Anlagen kann bis zu 70 Prozent des privaten Verbrauchs ausmachen. Ein Swimming Pool bedeutet zudem weitere 22 Liter pro Kopf und Tag. Die Nachhaltigkeit des Konzepts des Qualitätstourismus wird dadurch in Frage gestellt.

Im indischen Goa ist der Unterschied zwischen Touristen und Einheimischen noch deutlicher. Während ein 5-Sterne-Ressort in Goa 1.785 Liter Wasser pro Zimmer und Tag verbraucht müssen die Einheimischen dort mit unter 14 Litern auskommen.

In Bali wurden die die Wasserreserven jahrzehntelang übernutzt um den steigenden Wasserbedarf der Ferienresorts zu decken. Die Folgen der touristischen Wasserübernutzung sind auf ganz Bali spürbar: Der Grundwasserspiegel sinkt, der Boden sinkt ab, Salzwasser dringt ins Grundwasser ein und die Wasserqualität verschlechtert sich. Vor allem die Reisbauer sind stark von dem Wassermangel betroffen. Erschreckend ist, dass 1,7 Millionen der 3,9 Millionen Einwohner auf Bali nicht einmal einen angemessenen Zugang zu sauberen Trinkwasser haben.  Dennoch sind die Einnahmen aus dem Tourismus für die Insel unverzichtbar.

In Dubai liegt allein der Verbrauch für die Bewässerung der Grünanlagen bei 3,5 Millionen Liter pro Tag. Mehr als 80.000 Liter Wasser sind während der Fontänen Shows vor dem Burj Khalifa regelmäßig in der Luft. Durch die geringen Niederschlagsmengen gibt das Grundwasser hier allerdings sehr wenig her. Die Versorgung wird daher zu großen Teilen über Entsalzungsanlagen gewährleistet, die sich etwas außerhalb der Stadt befinden. Ein weiterer rießen Wasserschlucker ist „Ski Dubai“. Mehr als 30 Tonnen Flocken aus frischem Wasser wirbeln dort jede Nacht aus den Schneekanonen.

Was können die Hotels dagegen tun?

  • Handtücher nur bei Bedarf wechseln. Da dies leider oftmals nicht so gut funktioniert wie es gedacht ist könnten hier Wäschekörbe plaziert werden, in die die Gäste ihre Handtücher und Bettlaken hineinlegen können sofern sie einen Austausch wünschen.
  • Es sollten wassersparende Armaturen eingebaut werden, sowie eine Wasserspartaste in den Toiletten
  • Viel Wasser kann auch eine Umwandlung des Pools zum Salzwasserpool sparen, zumindest dort wo Meerwasser verfügbar ist.
  • Grünanlagen sollten nur nachts und morgens bewässert werden um so die Verdunstung und somit den Wasserbedarf so gering wie möglich zu halten. Außerdem sollten nur regionale Pflanzen verwendet werden, die nicht viel Wasser benötigen
  • Eine weitere Ersparnis können Regenwasserzisternen für Klospülung und Gartenbewässerung darstellen.

 

Habt ihr noch Tipps, die den Wasserverbrauch im Urlaub reduzieren können?

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