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​ Ist das E-Auto wirklich umweltfreundlicher?


von Anna-Maria
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Diese Frage ist zu komplex für eine einfache Antwort, daher wird die Umweltbilanz von E-Autos auch mehrfach kontrovers diskutiert.

Es gibt zahlreiche Studien die alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Warum ist das so? Je mehr Faktoren man einrechnet, desto näher kommt das Ergebnis der vermeintlichen Realität. Gleichzeitig kann das Ergebnis aber auch ungenauer werden, weil es auf mehr und mehr Annahmen beruht. Für viele Faktoren gibt es schlichtweg keine allgemeingültige Größe. Ein Beispiel dafür ist, dass allein für die Annahme des CO2 Verbrauchs vom Weg des Benzins zur Tankstelle die Werte in den einzelnen Quellen um 30% voneinander abweichen. Weiter muss auch berücksichtigt werden, welche Autos dabei mit einander verglichen werden, also ob auch wirklich Fahrzeugtypen der gleichen Klasse verglichen werden. So kommt es, dass die einen sagen, die E-Autos wären der größte Segen für die Umwelt und die anderen behaupten sie würden die Klimaprobleme sogar noch massiv verschlechtern.

Es kommt also auf viele Kleinigkeiten an, ob ein E-Auto berechtigt ist oder nicht. Beispielsweise ist auch von großer Bedeutung mit welchen Strom das Elektroauto geladen wird. Wird das Auto mit eigens produziertem Solarstrom geladen ist das natürlich super, im deutschen Stromnetz befindet sich allerdings immer noch ein sehr hoher Anteil an Kohlestrom, der sich nicht vom Ökostrom trennen lässt. Außerdem sind E-Autos vor allem auf längere Sicht rentabel, wer also sein E-Auto nach einer Leasinglaufzeit von drei Jahren mit 15.000 Kilometern Fahrleistung durch ein neues ersetzt tut nichts für seine CO2 Bilanz. Auch Luxuswagen mit besonders großen Motoren und Stromspeichern sind nicht der beste Weg. Ein weiterer Nachteil entsteht unter anderem in den Winterhalbjahren durch das heizen zu Lasten der Batterie oder die gewünschte längere Reichweite der Autos, für die eine größere Batterie benötigt wird. Positiv dagegen wirkt sich aus wenn die Batterie nie vollständig leer ist oder voll geladen wird, da beides die Lebensdauer verkürzt. Außerdem bieten sich die Elektroautos vor allem im Stadtverkehr an, da durch das häufige anfahren und bremsen viel Bewegungsenergie zurück gewonnen wird.

Das hauptsächliche Öko-Problem des E-Autos ist aber die Herstellung der Batterie. Die Fabriken benötigen bei der Aufbereitung der Rohstoffe und der Montage der Speicherzellen viel Strom. Dass zurzeit viele Batterien aus China kommen, wo viel Elektrizität aus ineffizienten Kohlekraftwerken im Netz fließt, belastet die Bilanz der Autos. Es entstehen aber nicht nur enorme Mengen an CO2 Emissionen, sondern auch diverse Gifte und Feinstaub. Auch der Abbau der Rohstoffe ist ein großes Problem. Kobalt wird zum Beispiel im Kongo unter gesundheitsschädlichen Bedingungen abgebaut. Außerdem sind hauptsächlich Kinder für das Waschen und Sortieren verantwortlich. Auch der Abbau von Lithium wird kontrovers diskutiert. Der Rohstoff wird in der Regel aus natürlichen Salzseen gewonnen und wird auch für Akkus von Laptops, Handys u.ä. verwendet. Wie umweltschädlich dieser Abbau wirklich ist, wie viel Wasser dabei verdunstet und ob das den Grundwasserspiegel der Regionen extrem senkt, wird wiederum von diversen Studien und Experten unterschiedlich beantwortet.

Was meinst du? E-Auto Fluch oder Segen?

 

 

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