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Mikroplastik in der Kosmetik


von Anna-Maria
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Eigentlich werden die Plastikbestandteile in der Kosmetik nicht zwingend benötigt, dennoch verzichten die wenigsten Hersteller darauf.

Das gefährliche daran ist, dass die Plastikteilchen in unseren Kosmetikprodukten über das Waschbecken ins Abwasser und von dort ins Klärwerk gelangen. Schon einmal duschen kann bis zu 100.000 Plastikteilchen ins Abwassersystem spülen. Die meisten synthetischen Polymere reichern sich in den Kläranlagen in den dort entstehenden Klärschlamm an. Dieser wird nicht nur verbrannt oder deponiert, sondern auch zur Düngung auf Feldern verstreut und transportiert so diese Mikrokunststoffe in die Umwelt. Den anderen Teil der Mikroplastikteilchen können die Kläranlagen nicht vollständig zurückhalten und pumpen sie letztlich mit dem geklärten Abwasser in die umliegenden Gewässer. Dort werden sie besonders gefährlich für die Meereslebewesen. Mikroplastik wirkt wie ein Magnet auf Giftstoffe im Wasser. An den Kunststoffpartikeln seien bis zu tausendfach höhere Schadstoffkonzentrationen gefunden worden als im Umgebungswasser. Tiere im Wasser nehmen diese Schadstoffe auf, was bei Ihnen bis zum Tod führen kann. Welche Gesundheitsrisiken für die Verbraucher bestehen kann dabei nicht genau gesagt werden.

Die Kunststoffe sind in allen Kosmetikprodukten des täglichen Bedarfs, von Shampoo über Peeling hinzu Lippenstift. Diese dienen hier als Füllstoff, Schleifmittel und Bindemittel. In Kosmetik- und Körperpflegeprodukten kommt sehr häufig Polyethylen (PE) vor, unter anderem im Bereich der dekorativen Kosmetik, sowie in der Hautpflege und Hautreinigung. Als Schleifmittel im Peeling ist es bereits weltweit zu zweifelhaftem Ruhm gelangt. Nach ersten Schätzungen des Umweltbundesamts (UBA) setzt die Kosmetikindustrie in Deutschland jährlich circa 500 Tonnen PE-Partikel ein. Silikone werden in unterschiedlichsten Kosmetik- und Körperpflegeprodukten eingesetzt, vor allem in den Bereichen Hautpflege, Sonnenschutz, Haarpflege, Hygiene sowie in sämtlichen Sparten der dekorativen Kosmetik. Allein bei den Hautpflegeprodukten enthalten mehr als 50 Prozent Silikon-Verbindungen. Sie verleihen ein Gefühl von Glätte und Geschmeidigkeit

Leider ist es für Verbraucher nicht ganz einfach zu erkennen, ob in Pflegeprodukten und Kosmetik Mikroplastik steckt. Kunststoff in Kosmetik muss zwar auf der Verpackung angegeben werden, verbirgt sich aber meist hinter komplizierten Fachbegriffen. Wer darauf achten möchte ob Mikroplastik in seinen Kosmetikprodukten versteckt ist, der sollte vor allem diese Bezeichnungen berücksichtigen.

Polyethylen

PE

Polypropylen

PP

Polyethylenterephthalat

PET

Nylon-12

Nylon-12

Nylon-6

Nylon-6

Polyurethan

PUR

Acrylates Copolymer

AC

Acrylates Crosspolymer

ACS

Polyacrylat

PA

Polymethylmethacrylat

PMMA

Polystyren

PS

Polyquaternium

PQ

 

Eine Alternative wäre auf zertifizierte Naturkosmetik zurückzugreifen. Für diese Produkte ist Mikroplastik nicht zugelassen – und auch sonst keine Kunststoffe oder erdölbasierten Inhaltsstoffe. Die Hersteller verwenden stattdessen pflanzliche oder mineralische Stoffe. Beispielsweise Tonerde, Kreide, Kieselmineralien oder Salz in der Zahnpasta, getrocknete und gemahlene Nussschalen, Oliven-, Aprikosen und Traubenkerne oder Weizenkleie im Peeling, fein gemahlene Mineralien und Edelsteine in Puder und Lidschatten. Echte Naturkosmetik erkennt man an den Siegeln von Nature, BDIH, Ecocert oder Demeter. Peelings lassen sich auch mithilfe von Öl, ätherischen Ölen oder Kräutern für guten Duft sowie Kaffeesatz, grobem Salz oder braunem Zucker als Ersatz für die Plastikpartikel selbst herstellen.

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