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Vision oder realistische Chance? Energieautarke Unternehmen


von Lukas

Stellen Sie sich vor: An einem Tag X legen Sie symbolisch einen Schalter um und entkoppeln sich damit von der öffentlichen Strom- und Gasversorgung. Ihr Unternehmen ist energieautark und versorgt sich selbst. Verrückt oder realistisch? 

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Eine klare Antwort gibt es darauf heute leider noch nicht. Denn eine ganze Reihe von Aspekten muss bei so einer Entscheidung in Betracht gezogen werden. Zum einen kommt es natürlich auf die Art eines Betriebs an. Zu welcher Branche gehört er, ist diese sehr energieintensiv, wird mehr Gas oder Strom benötigt? Zum anderen spielen bauliche Gegebenheiten eine große Rolle. Gibt es Platz für eine große Solaranlage, kann eine Biogasanlage installiert werden und vieles mehr. Auch die geografische Lage ist entscheidend– Stichwort Windkraft, der größte Faktor bei den erneuerbaren Energien. 

Werfen wir einen Blick auf ein bayerisches Projekt: Bei „Green Factory Bavaria“ arbeiten eine Fülle von Wissenschaftlern aus Universitäten und diversen Fraunhofer-Gruppen zusammen mit Vertretern aus der Wirtschaft am Ziel, „grüne Fabriken“ zu bauen. Dabei handelt es sich um den Ausbau erneuerbarer Energien, aber auch um die Idee der energieautarken Produktion. Ganz so visionär ist das Thema also nicht.


Energieautark planen

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie Ihr energieautarkes Unternehmen auf der grünen Wiese planen können, wenn es sich also um eine neue Produktionsstätte handelt. Da lässt sich vieles einfacher umsetzen, als wenn Sie ein bestehendes Unternehmen „umrüsten“. Neue Produktionsstätten oder Lagerhallen mit Pultdächern bieten Platz für große Solaranlagen, die optimal positioniert werden können. Da die Sonne nicht immer scheint, sorgen dazu gehörende inzwischen technisch ausgefeilte Stromspeicher dafür, dass kein Engpass auftritt.

Bei einem großen Betriebsgelände – wie zum Beispiel in der Landwirtschaft – und bei entsprechender geografischer Lage lohnt es sich, über das Aufstellen von Windrädern nachzudenken, auch hier wieder mit entsprechendem Energiespeicher.

Sind wir bei Wind und Sonne von der Natur abhängig, so bringt uns ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ein ganzes Stück Autarkie. Ein BHKW erzeugt mittels eines eingebauten Generators Strom und produziert dabei gleichzeitig Wärme, die abgeleitet und zum Heizen gebraucht werden kann. Mit dem selbst erzeugten Strom lohnt sich zum Beispiel der Einsatz von Elektro-Staplern, die bei Bedarf quasi kostenlos aufgeladen werden können. Die Kraftwerke gibt es inzwischen in vielen Modellen, für den privaten wie den gewerblichen Bedarf. Wichtig ist es, ein Modell auszuwählen, das bestmöglich der jeweiligen Produktionsstätte entspricht. Zu viel produzierter Strom kann übrigens gewinnbringend in ein öffentliches Netz eingespeist werden.


Eigene Wärme produzieren

Wenn Ihr Unternehmen sehr wärmeintensiv ist, kann sich der Bau einer Biogasanlage lohnen. Sie wird inzwischen gerade in der Landwirtschaft häufig eingesetzt. Beim Vergären von biologischen Abfällen, Gülle, aber auch Zuckerrüben und Mais entstehen die biologischen Gase (Methan), die dann entsprechend zum Heizen genutzt werden können.

Aber auch mit Erdwärme, mit der sogenannten Geothermie, kann man autark heizen. Mittels einer Wärmepumpe wird Wärme aus dem Boden gewonnen und kann durch einen Wärmetauscher sowohl für Heizung als auch für Kühlung eingesetzt werden.

Das sind einige Möglichkeiten, dem Ziel, ein energieautarkes Unternehmen zu führen, zumindest nahe zu kommen. Und die Technologien stehen nicht still, ständig gibt es neue Entwicklungen am Markt.

Bevor es zur Realisierung von Maßnahmen kommt, braucht es allerdings eine intensive Beratung. Nicht jede Umsetzung macht für jedes Unternehmen Sinn. Wenn Sie eine Umrüstung eines bestehenden Unternehmens planen, ist ein erster Schritt übrigens, dass Sie über den eigenen Energieverbrauch genau Bescheid wissen. Ein Smart Meter – die intelligente Verbrauchsmessung von Strom und inzwischen auch Gas – gibt detaillierten Aufschluss über die energetische Situation in Ihrem Betrieb und ist damit eine sinnvolle Basis für alle Erneuerungen in der Zukunft. 

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